Aktuelles
19.05.2010
Effizienz im Autobahnbau
Der ADAC hatte zu einer Fachveranstaltung zur Effizienz im Autobahnbau eingeladen und folgende Pressemitteilung veröffentlicht:
„Allein im Hochsommer 2009 waren auf deutschen Autobahnen rund 400 längerfristige Baustellen mit einer Gesamtlänge von etwa 1.400 Kilometer eingerichtet. Stau wegen einer Baustelle? Jeder Autofahrer kennt das. Der ADAC registrierte 2009 insgesamt rund 350.000 gemeldete Staukilometer auf Autobahnen. Etwa ein Drittel ist baustellenbedingt. Und allzu oft stellt sich die Frage: „Warum arbeitet hier niemand?“ Stau am Bau?
Die Umsetzung der vordringlichen Neu- und Ausbauvorhaben des Bedarfsplans für die Bundesfernstraßen liegt im Zeitplan weit zurück. Hinzu kommt ein steigender Erhaltungsbedarf. Ab 2011 drohen zudem Etatkürzungen. Die effizientere Nutzung der vorhandenen Finanzmittel wird daher immer wichtiger.
Mit der Fachveranstaltung „Effizienter Autobahnbau“ wurde zum einen das Thema Bauzeitverkürzung aus verschiedenen Blickwinkeln beleuchtet. Zum anderen wurde im Themenblock „Effizienter Investieren“ über die effizientere Verwendung der Finanzmittel sowie über Finanzierungsmodelle für die Fernstraßen berichtet.“
PASS+CO Mitarbeiter hatten die Fachveranstaltung besucht:
Die Vortragenden referierten zu dem Thema aus Sicht der Bundes- und der Landesverwaltung für Straßenbau, sowie der Bauindustrie und diverser Institutionen zur Beratung und Finanzierung.
Der Veranstaltungsort war vom ADAC bewusst in der Nähe des Bahnhofs in Frankfurt gewählt, damit die Besucher mit der Bahn anreisen konnten. Wovon wohl auch reichlich Besucher gebrauch gemacht hatten.
Die Vortragenden nutzten eingehend die Gelegenheit eigene Interessen in den Vordergrund zu stellen. Kritischen Teilnehmern musste auffallen, das den Interessen der betroffenen Autobahnennutzern wenig Raum eingeräumt wurden.
Hoheitliche Staats- und großindustrielle Lobbyinteressenten standen im Kontrast zu Bedürfnissen mittelständischer Firmen und letztendlich der Nutzer von Autobahnen.
Generalunternehmerprojekte wurden der mittelstandsfreundlichen Fachlosvergabe vorgezogen und ein Redner stellte die Behauptung auf, dass der Bau von Betonschutzwänden effektiver sei als der von Stahlschutzplanken. In punkto Sicherheit konnten aber keine Argument für starre Beton gegenüber nachgiebigen Stahlsystemen genannt werden.
Offensichtlich und bedenklich scheint daher, dass die Sicherheit am Straßenrand unter solchen ADAC Veranstaltungen leidet.
Damit keine Zielkonflikte entstehen sollte sich der ADAC für mehr passive Sicherheit fordern:
„Damit Effizienz im Autobahnbau nicht auf Kosten der passiven Sicherheit geht“
„Damit Anforderungen an Mobilität nicht zum Nachteil der passiven Sicherheit am Straßenrand führt“
„Damit PPP realisierte und betrieben Maßnahmen nicht unter Vernachlässigung der Verkehrsicherheitspflichten und passiven Sicherheit für Verkehrsteilnehmer leiden“



